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Mediales Duell zwischen Schwaller und Pelli

Posted: August 18th, 2009 | Autor: Simone Wagner | Filed under: Uncategorized |

Pellis inhaltsloser Eiertanz fördert die Berichterstattung

Urs Schwallers Angriff auf den freien FDP-Sitz im Bundesrat und Fulvio Pellis Zögern dominieren dieser Tage die öffentliche Diskussion.

Am Donnerstagvormittag gab Urs Schwaller seine Kandidatur für den Bundesrat bekannt, auch wenn CVP-Generalsekretär Tim Frey gegenüber politReport.ch noch am selben Tag relativiert: «Herr Schwaller wurde von der CVP nicht nominiert». Trotz der taktischen Ränkespiele ist mit der Kandidatur Schwallers nun das Duell zwischen dem Freiburger und dem ebenfalls von der eigenen Partei nicht offiziell portierten Fulvio Pelli lanciert. Medial zeichnet sich seit Anfang der vergangenen Woche eine Dominanz der beiden ab. Die aktuelle Auswertung von politReport.ch zeigt, dass Schwaller und Pelli mit 40% die eidgenössische Onlineberichterstattung im Vergleich zu den anderen Kandidaten dominieren.

Die beiden Kandidaten im grafischen Vergleich.

Den Kampf um die mediale Aufmerksamkeit konnte der FDP-Chef in diesem Zusammenhang bisweilen deutlich für sich entscheiden. Grund dafür dürfte primär sein Zickzackkurs in der Kommunikation seiner Ambitionen sein. Obwohl der FDP-Präsident seit Wochen als potentieller Kandidat für die Nachfolge gehandelt wurde, hat er lange sein Interesse an dem Regierungssitz dementiert. Aus seinen Ferien lässt er dann diese Woche verlauten, im Falle einer Nomination durch seine Bundeshausfraktion die Kandidatur offiziell anzunehmen. Eine klare Position sieht anders aus und führt nicht nur in der FDP zu Unmut. Pelli wird vorgeworfen, sich künstlich zu zieren und auf einen roten Teppich zu warten. Dieses Vorgehen muss aber kein Nachteil für ihn sein. Nahezu alle Artikel über ihn thematisieren die Spekulationen um die jetzt-vielleicht-doch-Kandidatur. Mit politischen Inhalten konnte er sich nicht ins Gespräch bringen.

Demgegenüber wartete Urs Schwaller mit einer klaren Ansage auf: «Ich bin ein Mann der Exekutive». Auch wenn im Bundesbern davon ausgegangen wird, dass CVP-Fraktionschef Schwaller auf seine Hausmacht im Bundeshaus vertraut und den Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner Kandidatur ebenfalls versuchte herauszuzögern, konnte er mit einer klaren Erklärung zu seiner Kandidatur sein Profil in der Öffentlichkeit schärfen und sich gegenüber dem Zögerer Pelli abgrenzen.

Es ist erstaunlich und wohl eine helvetische Eigenart, dass die Tattica di Pelli bisher so gut funktioniert. Geht es doch darum, dass die FDP ihren zweiten Bundesratssitz gegenüber der CVP verteidigen will. Schliesslich wird aber das Parlament entscheiden, welche Anforderungen für den neuen Bundesrat ausschlaggebend sind.

Dieser Artikel ist auch bei NZZ Online erschienen.




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