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Bundesratskandidaten bei Facebook

Posted: August 27th, 2009 | Autor: Simone Wagner | Filed under: Uncategorized | 1 Comment »

facebook

Wenn der Bundesrat in dem digitalen, sozialen Netzwerk Facebook gewählt werden würde, wäre die Wahl bereits entschieden: Die Online-Fangemeinde von Urs Schwaller setzt sich deutlich von den Fangruppen der anderen Kandidaten ab.

Urs Schwaller ist Favorit für die kommenden Bundesratswahlen, zumindest wenn es nach der Unterstüzung im sozialen Netzwerk Facebook geht. Die virtuellen Unterstützergruppen seiner Konkurrenten wirken teilweise so, als seien sie aus Versehen entstanden. Die Gruppe «Dominique de Buman au Conseil fédéral» hatte zu Beginn der Woche einmal 9 Mitglieder, ist heute zwar auf der Website des Kandidaten noch verlinkt, aber nicht mehr existent.

Wenig belebte Gruppen
Die Tessiner Gruppe «Fulvio Pelli in Consiglio Federale!» ist mit 124 Mitgliedern wenig belebt, während Didier Burkhalter auf immerhin 376 Fans zählen kann, die auch aktiv für ihren Favoriten argumentieren. Zum zweiten Barack Obama, der wie keiner vor ihm das Internet zur Mobilisierung von Wählerstimmen genutzt hat, wird Urs Schwaller zwar auch nicht werden. Die Facebook-Gruppe «Urs Schwaller in den Bundesrat» hat aber immerhin 678 Mitglieder, und damit ist der CVP-Fraktionspräsident klarer Spitzenreiter.

Eine seiner Fans ist die Nationalrätin Kathy Riklin. Sie gibt ihrem Kandidaten Rückenwind und bringt sich durch Verweise auf Artikel zum Wahlkampf aktiv ein. Als einziges Gruppenmitglied wird sie im September ihre Stimme tatsächlich in Waagschale werfen können. Irrelevant ist das politische Bekenntnis 2.0 der Schwaller-Fans allerdings trotz fehlender direkter Wahlmöglichkeit nicht.

Rolph Mueller, Initiator und Administrator der Unterstützergruppe, hat diese als Privatperson und politischer Bürger gegründet, weil er Urs Schwaller für einen fähigen Bundesrat hält. Er wollte eine Plattform zur Kommunikation für Gleichgesinnte schaffen. Das politische Statement im Internet kann insofern auch als Ausdruck des Wunsches nach Partizipation und Meinungsäusserung verstanden werden.

Bedürfnis zum Austausch
Das Bedürfnis zum Austausch ist offensichtlich. Besonders deutlich wird dies auch in Foren wie http://bundesratswahl2009.politnetz.ch. Dort tauschen sich junge web-affine Wähler zu ihren Ansprüchen an den neuen Bundesrat aus und erklären welche Kriterien für sie politische Kompetenz ausmachen.

Dabei geht es nicht zwingend um den expliziten Wunsch den Bundesrat persönlich wählen zu wollen, wohl aber darum seine Anforderungen und Wünsche zu artikulieren. Ein Facebook-Mitglied und einer der neusten Unterstützer von Schwaller betonte gegenüber PolitReport, dass es ihm auch darum ginge, ein Zeichen zu setzen. Er empfinde die ganze «Romands-oder-nicht-Debatte» als blödsinnig und fühle sich von Schwaller als Mitglied einer sprachlichen Minderheit verstanden.

Der neue Marktplatz
Diese Offenheit zum Dialog kann auch für Schweizer Politiker eine neue Möglichkeit zur Wählermobilisierung abseits der Gespräche auf dem Marktplatz sein. Kommunikation und politische Diskussionen finden bei dieser Zielgruppe zunehmend im Internet statt und eben genau dort sollte man sie auch abholen.

Dieser Artikel ist auch bei NZZ Online erschienen.



Medienpräsenz der Bundesratskandidaten jetzt auf NZZ Online

Posted: August 18th, 2009 | Autor: Denis Nordmann | Filed under: Uncategorized | No Comments »

Können Urs Schwaller (CVP) und Fulvio Pelli (FDP) ihre prominente Stellung in der Berichterstattung halten? Oder wird sie der im Moment etwas abgeschlagene Didier Burkhalter (FDP) in den Schatten stellen können?

Screenshot NZZ

Im Rahmen einer Kooperation mit politReport zeigt NZZ Online welche Bewerber im Wettkampf um die Aufmerksamkeit die Nase vorne haben und welche kaum öffentliches Gehör finden. Das auf der Medienbeobachtung blueReport von der cognita AG basierende Projekt liefert tagesaktuelle Analysen und Statistiken zur medialen Beachtung von Politikern und politischen Themen.



Mediales Duell zwischen Schwaller und Pelli

Posted: August 18th, 2009 | Autor: Simone Wagner | Filed under: Uncategorized | No Comments »

Pellis inhaltsloser Eiertanz fördert die Berichterstattung

Urs Schwallers Angriff auf den freien FDP-Sitz im Bundesrat und Fulvio Pellis Zögern dominieren dieser Tage die öffentliche Diskussion.

Am Donnerstagvormittag gab Urs Schwaller seine Kandidatur für den Bundesrat bekannt, auch wenn CVP-Generalsekretär Tim Frey gegenüber politReport.ch noch am selben Tag relativiert: «Herr Schwaller wurde von der CVP nicht nominiert». Trotz der taktischen Ränkespiele ist mit der Kandidatur Schwallers nun das Duell zwischen dem Freiburger und dem ebenfalls von der eigenen Partei nicht offiziell portierten Fulvio Pelli lanciert. Medial zeichnet sich seit Anfang der vergangenen Woche eine Dominanz der beiden ab. Die aktuelle Auswertung von politReport.ch zeigt, dass Schwaller und Pelli mit 40% die eidgenössische Onlineberichterstattung im Vergleich zu den anderen Kandidaten dominieren.

Die beiden Kandidaten im grafischen Vergleich.

Den Kampf um die mediale Aufmerksamkeit konnte der FDP-Chef in diesem Zusammenhang bisweilen deutlich für sich entscheiden. Grund dafür dürfte primär sein Zickzackkurs in der Kommunikation seiner Ambitionen sein. Obwohl der FDP-Präsident seit Wochen als potentieller Kandidat für die Nachfolge gehandelt wurde, hat er lange sein Interesse an dem Regierungssitz dementiert. Aus seinen Ferien lässt er dann diese Woche verlauten, im Falle einer Nomination durch seine Bundeshausfraktion die Kandidatur offiziell anzunehmen. Eine klare Position sieht anders aus und führt nicht nur in der FDP zu Unmut. Pelli wird vorgeworfen, sich künstlich zu zieren und auf einen roten Teppich zu warten. Dieses Vorgehen muss aber kein Nachteil für ihn sein. Nahezu alle Artikel über ihn thematisieren die Spekulationen um die jetzt-vielleicht-doch-Kandidatur. Mit politischen Inhalten konnte er sich nicht ins Gespräch bringen.

Demgegenüber wartete Urs Schwaller mit einer klaren Ansage auf: «Ich bin ein Mann der Exekutive». Auch wenn im Bundesbern davon ausgegangen wird, dass CVP-Fraktionschef Schwaller auf seine Hausmacht im Bundeshaus vertraut und den Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner Kandidatur ebenfalls versuchte herauszuzögern, konnte er mit einer klaren Erklärung zu seiner Kandidatur sein Profil in der Öffentlichkeit schärfen und sich gegenüber dem Zögerer Pelli abgrenzen.

Es ist erstaunlich und wohl eine helvetische Eigenart, dass die Tattica di Pelli bisher so gut funktioniert. Geht es doch darum, dass die FDP ihren zweiten Bundesratssitz gegenüber der CVP verteidigen will. Schliesslich wird aber das Parlament entscheiden, welche Anforderungen für den neuen Bundesrat ausschlaggebend sind.

Dieser Artikel ist auch bei NZZ Online erschienen.